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Ein Loblied auf den Kastanienbaum

 

Mit Rezept für Venentinktur und Entschlackungsbad

 

blühender KastanienbaumWer kennt ihn nicht den 25 bis 30 m hohen Rosskastanienbaum (Aesculus ippocastanum), der uns jetzt im Herbst die mahagonifarbenen Früchte schenkt. Er ist bei uns seit ca. 400 Jahren heimisch, beschattet viele Landstraßen, Dorfplätze, aber auch Feldwege und beschützt so manches Gehöft vor den Winterstürmen.

Man könnte sagen, er ist auch ein wehrhafter Baum mit seinen unzähligen grünen stacheligen Früchten. Möchte er seine Samen, die braunen Kastanien, vor Feinden schützen? Die Autoabgase und anderes machen ihm schwer zu schaffen. Raupen der Miniermotte fühlen sich jedenfalls auf den Blättern so wohl, dass sie zu Zehntausenden die Bäume besiedeln und sich an den Blättern gütlich tun, was dazu führt, dass die Blätter - es sind ja die Atmungsorgane - schon früh gelb werden und so der Sauerstoffaustausch stagniert - eine große Gefahr für den ganzen Baum. Wenden wir uns also in Liebe und Aufmerksamkeit diesem Geschenk Gottes zu. Er ist eine wahre Hausapotheke und wird astrologisch dem Planeten Jupiter zugeordnet. Im Frühling bezaubern die unzähligen weißrosa oder roten (von Aesculus x carnea) Blütenstände - die wie aufrecht stehende Kerzen wirken - unser Auge, aber auch die Bienen und Hummeln, die sich an ihrem Nektar laben und für die Bestäubung sorgen. Unsere „Altvorderen” verwendeten die getrockneten Blüten als schleimlösenden Hustentee und die 5-7fingerförmigen Blätter - überbrüht - bei geschwollenen Beinen und Krampfadern zum Entwässern und zur Kräftigung des Bindegewebes.

Die Rinde junger Zweige erntet die Pharmaindustrie im März / April, um einen Stoff - Aesculin - zu isolieren, der als UV-Filter in Sonnenschutzcremes Verwendung findet. Eine Abkochung der Rinde hilft bei Durchfall.

Bekannt ist als weiterer Inhaltsstoff in Rinde, Blüte, Blatt und Samen das Aescin , es gehört zu den Saponinen, einem Seifenstoff, der in die Zelle eindringen kann. Auf ganz einfache Weise können Sie das überprüfen, indem Sie sich selbst ein Heil- und Reinigungsbad zubereiten. Sie sammeln ein paar Hände voll Kastanien, geben diese mit Schale frisch in die Rohkostmaschine mit Schnitzelwerk und zerkleinern die Kastanien, damit füllen Sie zur Hälfte einen 5 l-Kochtopf, gießen ausreichend kaltes Wasser darüber; so eingeweicht stehen lassen, bis das Bad erfolgen soll. 10 Minuten kochen und durch ein Sieb in die Badewanne gießen, Badewasser mit kräftigem Strahl zulaufen lassen. Es bildet sich Schaum. Seife ist nicht mehr nötig, gut ist es, den ganzen Körper abzubürsten. Für den Winter können Sie die Schnitzel trocknen.

Kinder haben großen Spaß daran, die frischen, geschälten Kastanien auf einer feinen Rohkostreibe zu reiben, mit dem Brei herumzumatschen und ihn in Förmchen zu füllen. Der Brei schmeckt sehr bitter, wird mit Sicherheit nicht gegessen, Kinder sind wunderbar beschäftigt, erleben beim Händewaschen den Seifeneffekt und lernen, wie sie selbst Seife herstellen können.

Für die geplagten Beine der Erwachsenen habe ich eine Venen-Tinktur kreiert, die ich selbst täglich verwende. Frische Kastanien mit Schale schnitzeln, ein 3/4 l- Schraubglas zur Hälfte füllen, 38 %igen Obstler darüberschütten - er duftet gut - Deckel gut schließen und drei Wochen an warmem Ort stehen lassen, immer wieder umschütteln, dann abfiltrieren und in dunklen Flaschen aufbewahren. Die schmerzenden Beine täglich damit einreiben. Die Tinktur ist eine wahre Wohltat für jegliche Beinbeschwerden. Sie festigt das Bindegewebe, fördert die Durchblutung

und wirkt schmerzlindernd. Ein paar Tropfen Rizinusöl in der Tinktur sorgen für die Rückfettung.

Als Ergänzung für die zusammenziehende Wirkung der Kastanien-Tinktur bereite ich auch aus den schleimhaltigen Beinwellwurzeln eine Tinktur und mische beide. Diese Mischung eignet sich auch sehr gut zur Nachbehandlung nach Beinbruch u.ä Knochenverletzungen und zur Linderung allgemeiner rheumatischer Schmerzen.. Viel Freude am Experimentieren.

 

9 / 2006 Dietlinde v. Neuhaus

 

 

 

 

 

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