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Petasites officinalis - auch großer Huflattich genannt

Pestwurz
Die Pestwurz wächst an feuchten Stellen, besonders gerne an Bachufern und Waldrändern. Im Frühjahr kann man weißgelbe bis rosarote Blütenstände bestaunen. Erst nach dem Verblühen beginnen die Blätter zu wachsen. Sie werden über 30 cm im Durchmesser groß auf ebenso langen Stengeln. Man könnte sie etwas mit Rhabarber- oder Klettenblättern vergleichen, jedoch fühlt sich die weißlich aussehende Unterseite in jungem Zustand weichfilzig, ähnlich dem Huflattichblatt, an, später dann rauher.
Die Inhaltsstoffe der handtellergroß geernteten und getrockneten Blätter wirken, als Tee zubereitet, entkrampfend, u. a. bei Magen-, Galle- und Menstruationsbeschwerden, aber auch bei Husten.
Wenn die Knie nach einer Wanderung schmerzen, wirkt eine Blattauflage Wunder. Man legt die Oberseite des Blattes ohne Stengel auf das Knie, umwickelt das Ganze mit einer Binde und beläßt es dort über Nacht.
Um die Blätter immer zur Hand zu haben, pflanzte ich einen Ableger in unseren Garten, der sich prächtig entwickelte. Im zweiten Jahr zeigte sich in 50 cm Entfernung eine neue Pflanze auf dem Rasen. Das durfte nicht sein und so gruben wir im Mai die Pflanze mit Wurzel und dem langen, 1 cm dicken Ausläufer, Rhizom genannt, aus. Was tun damit? Mir kam der Gedanke, einen Ölauszug herzustellen, da ich gute Erfahrungen mit Kapseln aus Pestwurz gemacht hatte. Die gewaschenen und kleingeschnittenen Wurzeln wurden in der Moulinette feingehackt, in ein Schraubglas gefüllt und Olivenöl etwa zu gleichen Teilen darüber gegossen. Ich stellte diese Mixtur ans sonnige Fenster und bemerkte, daß nach einigen Tagen eine Art Gärung stattfand; es stiegen ständig Bläschen hoch, was mich veranlaßte, öfter einmal umzurühren. Dabei erfreute meine Nase ein kräftiger, würziger Duft.
Die ätherischen Öle und viele anderen Wirkstoffe in der Wurzel waren offensichtlich durch das Öl freigesetzt worden. Ich erhielt dann die Information, daß, aus geistiger Sicht gesehen, durch ein Ölbad die Wirkstoffe sehr intensiv vom Körper aufgenommen würden. Das Öl habe eine wunderbar ausgleichende Wirkung, es bedeute eine Wohltat, nicht nur für die Haut, sondern auch für alle inneren Organe, für Muskeln, Sehnen und Knochen.
So wurde meine Hoffnung bestätigt, daß es ein schmerzlinderndes Öl geworden war, das bei rheumatischen Beschwerden vielfältiger Art angewendet werden kann
Ein bis zwei Eßlöffel voll Pestwurzöl ergeben tatsächlich ein traumhaft entspannendes Vollbad. Das Öl gibt man in ein kleines Gläschen und dann direkt unter den einlaufenden Wasserstrahl und überbraust die auf dem Wasser schwimmenden Fettaugen kräftig, ehe man ins Wasser steigt. Ich verwende das Öl außerdem zu Einreibungen des ganzen Körpers gleich nach dem Waschen.
Meines Wissens gibt es Pestwurzöl nicht zu kaufen, wohl aber die Blätter und Wurzeln zur Teezubereitung.
Zur gleichen Zeit hatte ich feingehackte Wurzeln mit 38 %igem Obstler übergossen. Auch diese Mixtur blieb einige Wochen in der Sonne stehen. Diese “Pestwurztinktur" hat,
25 Tropfen auf einem Stück Würfelzucker eingenommen, deutlich spürbare, entkrampfende Wirkung.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Wurzeln, die im Juni und September geerntet wurden, erheblich weniger ätherische Öle enthalten. Der ideale Erntezeitpunkt dürfte im März/April liegen, wenn die Rhizome ihre Kraft noch nicht an die neuen Blätter abgegeben haben.
Und nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Finden und Anwenden der heilkräftigen Pestwurzpflanze.

6/2005

Dietlinde v. Neuhaus

 

 

 

 

 

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