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Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)

 

Familie: Knöterichgewächse ­ Polygonaceae
Volkstümliche Namen: Grindwurz, im Allgäu: Ochsenzunge, in Bayern: Scheißblättchen oder Saukraut


Man findet den "Stumpfblättrigen Ampfer" besonders häufig auf überdüngten
Weiden, an Wegrändern, auch auf Schuttplätzen. Er gilt als Stickstoffanzeiger. Wegen der bis über einen Meter langen Pfahlwurzel ist er ein großes Ärgernis für den Landwirt.
In jungem Zustand hat das Blatt die Form einer Zunge. Sobald sich die grünen, bis einen Meter hohen Blütenrispen entwickeln (sie ähneln der Sauerampferblüte), wird das kühlend wirkende, glatte Blatt etwas rauh und spitz zulaufend.
Zu Heilzwecken bevorzuge ich die Blätter von noch nicht blühenden Pflanzen.
Meine erste Erfahrung mit der "Ochsenzunge" machte ich 1961. Nach einem Zahnzug heilte die Wunde nicht. Es entwickelte sich eine fürchterliche Nervenentzündung. Was die Ärzte auch versuchten, nichts half. Eine Bewohnerin eines nahen Altenheims suchte mich auf und fragte ganz vorsichtig, ob ich einmal die grünen Blätter "auf die schmerzgeplagte Backe" legen wolle - versteckt unter Watte und Kopftuch. Sie hätte als Bauersfrau im Allgäu damit alle Wunden geheilt. Ich griff natürlich zu. Kaum waren die Blätter aufgelegt, spürte ich schon Schmerzlinderung. Die eiternde Wunde begann innerhalb von Stunden zu heilen und bald waren alle Beschwerden wie weggeblasen. So gilt mein Rat: vor jedem Zahnzug einen Packen frischer Ampferblätter in einem Gefrier-Plastikbeutel im Kühlschrank bereit zu halten. Gleich nach dem Zahnarztbesuch werden  ca. 5 Blätter auf die betroffene Wange gelegt, um den Heilungsprozeß einzuleiten. Die Blätter werden ausgewechselt, wenn sie welk geworden sind. Ganz wichtig ist es, die Blattauflagen wenigstens über Nacht drei Tage lang zu wiederholen, denn erfahrungsgemäß ist der dritte Tag nach jeder Operation ein Krisentag. Bei frischen Schnittwunden verfährt man ebenso.
In Pflanzenbestimmungsbüchern ist  "Rumex obtusifolius" schwer zu identifizieren, weil der Ampfer im Blühstadium mit spitz zulaufenden Blättern dargestellt wird. Auch Heilpflanzenführer schenken dieser weit verbreiteten Heilpflanze wenig Beachtung, da man heute z.B. bei Hautausschlägen selbstverständlich zum Hautarzt geht.  In Kölbel's Kräuterfibel wird u.a. empfohlen, die Blätter frisch oder erwärmt auf nässende Ekzeme zu legen.
Ein altes Rezept: Die frische Wurzel, geschabt und mit Rahm zu einer Salbe gerührt, wird bei Hautausschlägen verwendet.
Auf meine Frage zum "Stumpfblättrigen Ampfer" hat eine hellfühlige Kräuterkundige erklärt: Die heilende Wirkung aus diesen Blättern geschieht nicht durch eine Absonderung, sondern sie geschieht ganz einfach durch die Schwingungsintensität dieses Blattes. Diese Schwingungsintensität erreicht postwendend das Ader- und Venensystem der Menschen, die damit in Berührung kommen.


7 / 2004

Dietlinde v. Neuhaus

 

 

 

 

 

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